Unterschiede zwischen Behinderung und Schwerbehinderung

Eine Behinderung trifft den Menschen in der Regel schwerer als eine Krankheit. Wann ist jemand behindert oder schwerbehindert? Rechtsfragen zur allgemeinen Behinderung und Schwerbehinderung.

Behinderung ist nicht gleich Behinderung. Im umfassenden und selbst für den Fachmann unübersichtlichen deutschen Sozialrecht gibt es verschiedene Definitionen der Behinderung mit ganz unterschiedlichen Rechtsfolgen. Die für die Praxis wichtigsten Bestimmungen befinden sich jedoch im Sozialgesetzbuch IX, kurz : SGB IX. Dies sind die Begriffe der Behinderung und der Schwerbehinderung. Die Schwerbehinderung wird dabei durch ein bestimmtes Verfahren ermittelt, für das die Behörde gewisse Regeln einzuhalten hat.

Welche Inhalte umfasst der allgemeine Begriff der Behinderung?

Der allgemeine Begriff der Behinderung wird in § 2 Absatz 1 SGB IX definiert. Jemand ist behindert, wenn seine körperliche Funktion, seine geistige Fähigkeit, oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher seine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Wann liegt eine Schwerbehinderung nach dem Gesetz vor? Wer legt die Schwerbehinderteneigenschaft fest?

Der Begriff der Schwerbehinderung befindet sich in § 2 Absatz 2 SGB IX. Zwingende Merkmale sind der so genannte Grad der Behinderung von mindestens 50 und die Tatsache, dass der schwerbehinderte Mensch seinen Wohnsitz, seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder seine Beschäftigung an einem Arbeitsplatz rechtmäßig im Geltungsbereich des Sozialgesetzbuches haben muss. Schwerbehindert sind nach dieser Norm behinderte Menschen, die die Durchführung eines Anerkennungsverfahrens beantragt und durchlaufen haben und über eine amtliche Dokumentation ihrer Behinderung verfügen.
Der Feststellungsbescheid und der Schwerbehindertenausweis stellen eine solche amtliche Dokumentation dar. Die Schwerbehinderteneigenschaft wird durch die Versorgungsämter oder die nach dem Landesrecht bestimmten Behörden ermittelt. In einigen Bundesländern sind jedoch auch die Kommunalbehörden zuständig. Am besten ist es, bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung nachzufragen, wer für die Durchführung des Anerkennungsverfahrens der geeignete regionale Ansprechpartner ist.

Warum lohnt es sich, den Grad der Behinderung durch ein solches Verfahren feststellen zu lassen?

Ein solches Feststellungsverfahren ist ratsam, da Betroffene infolge der Statusfeststellung der Behinderung und ihres Grades die Rechte für besondere Hilfen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben geltend machen können. Schwerbehinderte Menschen genießen beispielsweise besonderen Kündigungsschutz, erhalten unter besonderen Voraussetzungen Erleichterungen im Personenverkehr, oder haben Anspruch auf begleitende Hilfen im Arbeitsleben durch die Integrationsämter.

Der rechtliche Status ”Schwerbehindert” kann sich im Einzelfall unter Umständen auch erleichternd auf die Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen oder Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz auswirken. Unter besonderen Umständen sind schwerbehinderte Menschen auch von der Rundfunkgebühr befreit und können besondere Fahrdienste in Anspruch nehmen.

Quelle: www.versicherung-in.de

Es grüßt

Die Schwerbehindertenvertretung

@SchwBVertr

Eine Antwort zu Unterschiede zwischen Behinderung und Schwerbehinderung

  1. Anette Speer sagt:

    Ich glaube der Gesetzgeber sieht hier auch aus finaziellen Gründen eine Unterscheidung vor.

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