He, ging da nicht gerade die Diskriminierung vorbei?

Wie gestern schon vermutet [Ich wittere Diskriminierung …], ging es heute Schlag auf Schlag weiter, mit den munteren Eskapaden von human ressouces, wie ich unsere Personalabteilung gerne und liebevoll nenne🙂

Heute kam dann unserer ehemaliger Personalleiter wieder zu mir.
Diesmal mit der Nachricht, dass er mir die Bewerbungsunterlagen nun zur Einsicht vorlegen könne.
Na, prima, denke ich mir so und marschiere wenig später in die Personalabteilung; sozusagen um Akeneinsicht zu nehmen.

Auf dem Weg auch bei demjenigen vorbei, der mir gestern zugesagt hat, mir die entsprechende Stellenanzeige zukommen zu lassen. Hatte er nicht gemacht, da hilft also nur persönliches Vorsprechen.

Auf dem Weg auch bei demjenigen vorbei, der mir gestern zugesagt hat, mir die entsprechende Stellenanzeige zukommen zu lassen. Hatte er nicht gemacht, da hilft also nur persönliches Vorsprechen und dann staunen, wie er die Anzeige innerhalb von 10 Sekunden aus einem Ordner holt. Hatte wahrscheinlich vorher keine Zeit.
Um diesen Besuch bei diesem Personalem so richtig rund zu machen, kam auch noch der Spruch: „Eine Schwerbehinderte im Reinigungsdienst, das geht ja nun überhaupt nicht.“
Uuuuups, da was es raus! Wie bitte? Habe ich richtig gehört? Ich hatte! Und um die Frage im Titel nun auch direkt zu beantworten:
Da stand sie freistehend vor mir im Raum, live, in Lebensgröße, unplugged, in Farbe und bunt: Die Diskriminierung!
Was nun, fragt sich der SBV in diesem Moment ziemlich ratlos? Auftrumpfen? Gesetze zitieren? Entrüstung produzieren?
Man mag mich feige schimpfen, aber ich wies lediglich darauf hin, dass gerade im Reinungsdienst bei uns eine hoher Anteil an schwerbehinderten Mitarbeiterinnen tätig ist.
Unter uns, soviel Arroganz aufs Trefflichste gepaart mit Ignoranz finde ich sonst nur bei einer anderen, hier nicht genannten, speziellen Berufsgruppe (wir wollen ja keinen diskriminieren, gelle🙂 ), die aber nix mit human ressources zu tun hat.

Dann erstmal die Stellenanzeige gesichtet.
Fazit: Man muss keinelei Qualifikationen, Erfahrungen oder ähnliches im Reinigungsdienst nachweisen. Meines Erachtens ein grober Patzer von human ressouces bei der Stellenausschreibung.
Noch mal eindringich mit dem ehemaligen Personalleiter gesprochen und darauf hingewiesen, dass es im ungüstigsten Fall dazu kommen kann, dass uns die Bewerberin auf eine Entschädigung (vgl. auch Benachteiligungsverbot) verklagt.
Ein korrektes Vorgehen bei Bewerbungen von Schwerbehinderten ist also aktives Risikomanagement! Zumal in diesem Fall die Bewerbung der SBV erst 10 Tage nach Zugang übergeben wurde.

Wird ein schwerbehinderter Mensch im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens behinderungsbedingt benachteiligt, so entsteht diesem ein Entschädigungsanspruch (vgl. auch Benachteiligungsverbot). Ein Anspruch auf Begründung eines Arbeitsverhältnisses ist nach § 15 Abs. 6 AGG jedoch ausgeschlossen.

Wir sind zu folgenden agreement gekommen:
Die Bewerberin erhält einen Termin für ein Vorstellungsgespräch. Das soll morgen stattfinden.
Ob ich dabei sein wolle? Gegenfrage, ob die Bewerberin ausdrücklich auf die Hinzuziehung der SBV verzichtet habe? Nein? Tja, dann muss ich wohl!

Ich darf an dieser Stelle noch anmerken, dass ich mich heute vormittag mit dem Integrationsamt kurzgeschlossen habe um meine Position und die Optionen zu klären.
Und wieder konnte ich die Erfahrung machen, dass die Mitarbeiterinnen freundlich und kompetent beraten!

Ich bin mal wieder gespannt auf den morgigen Tag!

Es grüsst

Die Schwerbehindertenvertretung

@SchwBVertr

3 Antworten zu He, ging da nicht gerade die Diskriminierung vorbei?

  1. […] zur möglichen Diskriminierung beim Bewerbungsverfahren [Ich wittere Diskriminierung …, He, ging da nicht gerade die Diskriminierung vorbei?] will ich noch kurz vermelden, wie es ausgegangen […]

  2. […] He, ging da nicht gerade die Diskriminierung vorbei? […]

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