„Freifahrt“ vs. Diäten

Streng genommen ist es ja gar keine Thema, dass die tägliche Arbeit der Schwerbehindertenvertreter (SBV) betrifft.
Aber es ist ein Thema, dass für viele Betroffene von existenzieller Bedeutung ist, da die Kosten im Personennah- und -fernverkehr doch sehr hoch sind. Sie sind im Regelfall ja mit denen für einen fahrbahren Untersatz vergleichbar. Den letzten kann ich aber auch außerhalb der Arbeitswege nutzen und, wichtigstes Argument, der Zeitaufwand mit Bus, Straßenbahn und Zug ist extrem höher. Ich weiß, wovon ich rede!
Nebenei bemerkt sind die Nutzer der Öffis nicht vorbildlich in Sachen Umweltschutz?🙂

Da woll doch verschiedene Bundesländer die sogenannte „Freifahrt für Behinderte“ abschaffen!
Einiges muss doch mal gesagt oder auch geschrieben werden.

Es handelt sich per definition um einen Nachteilsausgleich (§126 SGB IX), der gar nicht allen Inhabern eines Schwerbehindertenausweis zukommt. Es muss ein entsprechendes Merkmal vorliegen. Wem genau dieser Nachteilsausgleich zusteht, habe ich weiter unten aufgezeigt.
Die benötigte Wertmarke, das sogenannte Beiblatt, muss man bezahlen, wobei ein Beitrag von 60 Euro (Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger siehe unten) zu entrichten ist.

Und, die wichtigste Frage von allen, die sich mir hier stellt:

Werden nun die Diäten unserer Politiker auch gekürzt oder wenigstens deren Ausgleichszahlungen für Dienstfahrten und -reisen?

Na, ihr dürft mal raten …

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„Freifahrt“ für schwerbehinderte Menschen
1) Mit Bus, U- und S-Bahnen und Straßenbahnen sowie im rkehrsverbund mit Eisenbahnen (2. Klasse) ohne km-Begrenzung
im gesamten Bundesgebiet.
2) Mit der Deutschen Bahn im Umkreis von 50 km um den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt auf im Streckenverzeichnis eingetragenen Strecken (in der 2. Klasse in Nahverkehrs-Regional-Bahnen (RB), Regionalexpress (RE) und S-Bahnen.
• Erforderliche Nachweise: Zu 1) und 2) Grün-/orangefarbener Schwerbehindertenausweis, außerdem Beiblatt mit Wertmarke und Streckenverzeichnis.
• Wertmarke: Das Versorgungsamt oder die nach Landesrecht zuständige Behörde gibt das Streckenverzeichnis und die Wertmarke auf Antrag aus. Werden sie spätestens 3 volle Monate vor Ablauf der Gültigkeitsdauer zurückgegeben, so wird der bezahlte Betrag anteilig erstattet. Kostenlos wird eine Wertmarke für ein Jahr herausgegeben, wenn schwerbehinderte Menschen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) oder laufende Leistungen für den Lebensunterhalt nach dem SGB XII (Sozialhilfe), dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) oder den §§ 27a und 27d des Bundesversorgungsgesetzes erhalten.
Wer bekommt was?

  • Merkzeichen „G“ (gehbehindert) und/oder „Gl“ (gehörlos):
    Wertmarke 60 Euro für 1 Jahr bzw. Wertmarke 30 Euro für 1/2 Jahr oder Kfz-Steuerermäßigung: 50%
  • Wertmarke 60 Euro für 1 Jahr bzw. Wertmarke 30 Euro für 1/2 Jahr und Kfz-Steuerermäßigung: 100%
  • kostenlose Wertmarke und Kfz-Steuerermäßigung: 100%
  • kostenlose Wertmarke und Freifahrt für eine Begleitperson (siehe unten) sowie Kfz-Steuerermäßigung: 100%
  • Die Begleitperson kann ohne Kilometerbegrenzung frei fahren, auch wenn der schwerbehinderte Mensch selbst bezahlen muss.

Quelle: www.integrationsaemter.de

Es grüßt

Die Schwerbehindertenvertretung

@SchwBVertr

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